Besuch aus dem Norden

12Juni2015

Ich melde mich dann auch nochmal.... In letzter Zeit fand ich nicht so viel Zeit, um zu berichten. 9 Monate bin ich jetzt bereits im Land und habe noch zwei weitere vor mir.


Endlich war es soweit, nach langen 8 Monaten, stand der erste Besuch vor der Tür. Eine gute Freundin von mir, hat mich für 7 Tage hier im Heiligen Lande besucht. Vor drei Jahren waren wir beide im Rahmen einer Bildungsreise, organisiert von unserer Schule, zusammen in Israel. Sie wusste also schon, worauf sie sich hier einlässt. Auf unserem Programm stand, den Norden und natürlich Jerusalem näher unter die Luppe zu nehmen. Gemeinsam tourten wir von einem Ort zum anderen. Über kurvenreiche  und steile Straßen schafften wir es nach Safed, zum See Genezareth und vielen anderen Orten. Der See Genezareth ist  für mich einer der schönsten Orte. Ob Jesus hier wirklich übers Wasser lief? Darauf habe ich keine Antwort.  Doch vorstellen konnte man sich schon, dass die Orte wir Kapernaum und Tabgaha wirklich von Jesus besucht wurden und er hier wandelte. Beweise hin oder her. Irgendwie ist es schon etwas Besonderes an angeblichen Orten gewesen zu sein, die sich in der Bibel finden lassen. Ein Besuch Jerusalems gehört definitiv zu einer Israelreise dazu. Wir machten uns also mit dem Bus auf und stürzten uns in das gegensätzliche Abenteuer in dieser heiligen Stadt. Ein Muss ist der Gang über den Shuk (örtlicher Markt). Als Touristen hatte man uns gleich am Anfang schon ertappt. Wobei ich mich hier nicht als Tourist einordnen würde. Als Tourist ist man aber leicht erkennbar:


1. Man trägt einen großen Rucksack
2. Die Kamera hängt einem um den Hals
3. Möglicherweise hält man eine Karte in der Hand, die einem zur Orientierung dient
4. Wegen der Hitze trägt man eine Kopfbedeckung


All das traf auf uns zu. Unser "Tourist sein " konnten wir demnach nicht verstecken. Wir liefen die vollen Gas lang und kamen immer den gleichen Satz zu hören. "Helle, where are you from?" oder "Ah from Germany" und dann holte jeder einzelne Verkäufer seine drei Wörter Deutsch raus. Uns beiden war deren aufdringliche Masche schon lange Bewusst. Meistens muss man versuchen, es einfach zu ignorieren. Mag vielleicht nicht besonders freundlich sein, ich weiß, aber wer immer sich schon mal auf einem Basar in nahöstlichen Ländern befand, wird mir zustimmen. Leider verging unsere Zeit viel zu schnell und die Heimreise meiner Freundin stand bevor. So schnell kann die Zeit vergehen.

Der erste Besuch kam, da stand zwei Wochen später bereits der nächste Besuch vor der Tür. Diesmal ein ganz besonderer: meine Eltern.  Am Flughafen Tel Aviv wartete ich bereits sehnlichst, meine Eltern wieder in die Arme zu schließen. Plötzlich standen sie dann vor mir. Unsere kleine Reise durch Israel konnte somit beginnen. Ein Mietwagen war unser treuer Begleiter, der uns von Tel Aviv in den Norden Israels brachte. Auf unserem Programm stand der See Genezareth, Safed, Haifa und Akko. Doch unser Highlight waren die drei Tage in Jerusalem, wo wir so viel Kultur wie möglich mitnehmen wollten. Der Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem ein Muss. Auch meinen Eltern wollte ich das wahre Basar Gefühl mitgeben.
Meine Mutter fiel unter allen Touristen besonders auf, da sie leuchtend rote Haare hat. Schnell war mir klar, dass sie hier etwas ganz außergewöhnliches ist und man konnte sie leicht wiedererkennen. Auf einer Einkaufsliste stand eine Pumphose und zwei Tücher. Der Preis des Händlers- 270 Schekel, das sind umgerechent um die 50 €. Niemals sind diese drei Sachen, diesen Preis wert. Ich mussten meinen Eltern weiß machen, dass es viel zu teuer sei. So ging unser Handlungsgeschäft los. Nur schwer ließ der Mann mit sich reden. Irgendwann hatten wir ihn dann soweit und konnten den Preis halbieren. Immerhin ein kleiner Erfolg, wobei man sich ziemlich sicher sein kann, dass man es an einem anderen Stand günstiger bekommen hätte. Gut, das macht eben auch das Basar Erlebnis aus. An unserem ersten Tag, Shabbat, war die Stadt wie ausgestorben. 


Vereinzelt spazierten orthodoxe Juden die straßen entlang, aber hauptsächlich sah man nur Touristen, die irgendwie die Zeit tot schlagen wollten. Dazu muss man wissen, dass am Shabbat keine Geschäfte geöffnet sind und keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Zum Glück entdeckten wir in einer kleinen Seitenstraße ein Café, dass uns Touristen glücklich machte. Am Abend gestaltete sich unsere Suche nach einem geöffneten Restaurent erheblich schwieriger. Mit hungrigen Mägen liefen wir durch die Straßen. Weit und breit hatte kein Restaurent geöffnet. Irgendwann stießen wir auf eine Seitenstraße, endlich hatten ein Restaurent geöffnet. Wirklich überzeugend sag es dort nicht aus, aber für die hungrigen Touristen wie uns, musste es ausreichen. Die Tage in Jerusalem verstrichen wirklich schnell und schon waren wir in Tel Aviv angekommen.  Unsere Unterkunft war wirklich super gelegen, der Strand war nicht weit entfernt. In Tel Aviv genossen wir, eine komplett andere Welt wie in Jerusalem. Eine Welt die auch Vor-und Nachteile mit sich bringt. Viele Bettler und Arme zieren das Straßenbild. Reich und Arm steht sich hier gegenüber. Es gibt die schönsten Allee mit großen Häusern und dann sieht man heruntergekommme Häuser, wo das Geld zum Sanieren fehlt. So wie man es in jeder Gr0ßstadt sieht. Unsere Zeit verbrauchten wir damit, nach Jaffa zu laufen-ein arabisch-jüdischer Stadtteil im Süden von Tel Aviv, shoppen und baden zu gehen. Wir ließen uns einfach vom Großstadtgefühl mitreißen.

See Genezareth

 


Leider stand der Abschied zu schnell wieder bevor. Nach elf Tagen musste ich meinen Eltern auf Wiedersehen sagen. Irgendwie komisch, ohne sie nach Hause zu fliegen, doch auf mich warteten noch zweieinhalb Monate Arbeit in Nes Ammim. Etwas traurig ließ ich meine Eltern in Tel Aviv zurück. Beide waren von diesem besonderen Urlaub sehr begeistert und wollten am liebsten gar nicht wieder zurück ins kalte Lübeck fliegen. Das gute Wetter, die besondere Atmosphäre, die Kultur hat ihnen sehr gut gefallen und ich konnte beide vom Land Israel begeistern. Wer weiß, ob es deren letzter Besuch im heiligen Lande war.


Nach diesem wunderbaren Urlaub wartete erstmal die Arbeit wieder auf mich. Viele dachten schon, ich wäre heimlich wieder nach Hause gefahren, da sie mich lange nicht gesehen hatten. Zu meiner Freude, hat mich eine weitere Freundin besucht. Die ganze Aktion war sehr spontan, innerhalb von zwei Wochen entschied sich, dass mich eine gute Freundin besuchen kommt. Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Mit so viel Besuch hätte ich anfangs nicht gerechnet, dafür war es umso schöner, dass ich allen meine Arbeit und Israel zeigen konnte. Gemeinsam mit meiner Freundin verbrachte ich einen Tag in Tel Aviv, am nächsten Tag ging es zum See Genezareth-für mich einer der schönsten Orte Israels, nach Caesaria (eine alte Stadt,die von Herodes gegründet wurde) und an den Strand. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, da mein Urlaub sehr kurz war, dafür haben wir die paar Tage, die wir hatten umso mehr genossen. Für meine Freundin ging es dann noch für ein paar Tage nach Jerusalem und für mich ging der normale Arbeitsalltag wieder los.


All drei Urlaube habe ich sehr genossen und konnte jedem ein Stück von meinem Israel Erlebnis mitgeben.  Weiterer Besuch wird leider nicht mehr kommen, aber in zwei Monaten bin ich wieder zurück und kann meine Familie und Freunde wiedersehen. Jetzt werde ich hier die restliche Zeit noch genießen. Das gute Wetter lädt zum täglichen Strand und Pool Gang ein. Hier kann ich definitiv einen richtigen Sommer erleben....

Zikhron Ya'akov

13April2015

Vor einer Woche haben wir die kleine jüdische Gemeinde Zikhron Ya'akov besucht. Der Ort hat die Bedeutung " Gedenken an Jakob".  Es ist das erste gegründete Moschav in Israel. Ein Moschav ist eine landwirtschaftliche Siedlung, in welcher jede Familie ihren eigenen Hof und Haushalt besitzt, während Vermarktung der Produkte und Dienstleistungen gemeinschaftlich organisiert werden. Es befindet sich dort eine kleine Fußgängerzone mit vielen Kunstgalerien, Atelliers und einladenden Restaurents. Neben der Fußgängerzone befindet sich eine der ältesten Synagogen. Außerdem befindet sich dort das Hans Aharonson und das erste Alija Museum. Wir haben uns dort  allerdings nur kurz aufgehalten , da wir noch einen weiteren Programmpunkt hatten. Die ganze Ortschaft wurden von dem Baron Rothschild beeinflusst, der dort unter anderem eine große Weinfabrik im Jahre 1882 errichten ließ.

Außerhalb von Zikhron Ya'akov befindet sich eine weitere Fabrik- die Beth El Gruppe. Beth El bedeutet "Haus Gottes". Vor Ort hatten wir eine kleine Führung und eine Vorstellung der Fabrik. Auf mich wirkte, alles ein bisschen heimisch, man hat viele Notizien oder Schilder auf Deutsch gesehen. Am Ende unserer Tour haben wir in der Kantine dort gegessen und haben auch deutsches Essen bekommen. Nach 7 Monaten ein ungewohntes Bild, aber ich habe es sehr genossen. Zur Geschichte der Beth El Gruppe.  Im Jahr 1963 zogen die beiden protestantischen Schwestern aus Schwaben, Emma und Else Berger, nach Zichron Ja’akov und gründeten die hiesige Beth-El Gemeinde. Heute zählt sie mehrere hundert Mitglieder, die mit ihrer tiefen zionistischen Überzeugung nun schon in der dritten Generation ausharren. Sie glauben an die Auserwähltheit des jüdischen Volkes, wollen es schützen und sind bibeltreu – das Alte Testament eingeschlossen. Für mich ein interessantes Projekt, was vor über 50 Jahren ins Leben gerufen wurde. Christen aus Deutschland, Holland, der Schweiz und Kanada haben sich zusammengeschlossen, um zunächst ein Kibbutz zu gründen. Später kam jemand auf die Idee, eine Fabrik zu gründen.

Den Schutz der Israelis nehmen sie wörtlich. In einer eigenen Fabrik, die nicht auf Profit ausgerichtet ist, stellten sie zunächst Gasmasken her. Dann kamen Filteranlagen gegen ABC-Waffen hinzu, die sich in Häusern, Wohnungen und Bunkern installieren lassen. Zu ihren Kunden zählt längst auch die NATO. Das Logo ihres kleinen Industriewerks ist von weitem zu erkennen: ein halbkreisförmiger Regenbogen über der Arche Noah mit der Aufschrift „Beth-El Industries“.  Allerdings lassen sich dort nicht nur technische Produkte finden, sondern auch selbstgemachte Lebensmittel, wie Brot, Marmelade oder Honig. Außerdem stellen sich Daunendecken mit Materialien aus der Umgebeung her. Das koscher Gebot wird auch bei ihnen der eigenen Lebensmittelherstellung eingehalten. Neben der Fabrik betreiben sie immer noch ihre eigene Landwirtschaft und Tierhaltung, damit hatten sie anfangs auch begonnen.  In der Fabrik sind sowohl christliche, jüdische als auch arabische Mitarbeiter angestellt.

Die Menschen in dem Kibbutz leben ein einfaches und bescheidenes Leben. Zurückgezogen in ihrer Gemeinschaft. Internet gibt es bei ihnen, aber Radio, Zeitungen und Fernsehen wird man dort vergeblich suchen. In ihrer Anfangsphase wurden die Christen für Missionare gehalten und wurden von den umherliegenden Nachbarn nicht akzeptiert. Das hatten die Neuankömmlinge aber überhaupt nicht im Sinne, ganz im Gegenteil, sie wollten ihre jüdischen und arabischen Nachbarn so gut es ging unterstützen. Die anfänglichen Zweifel verfolgen schnell und bald erlangten sie Ansehen und wurden schätzen ihre Arbeit wert. Die Firma hat für ihre Kinder einen eigenen Kindergarten als auch eine eigenen Schule. Für mich ein wirklich interessanter Ausflug und eine spannende Geschichte von deutschen Einwanderern Israels, die sich dort ihre eigene Existenz aufgebaut haben. Alle Mitarbeiter haben ein unbefristetes Visum, sind aber keine Staatsbürger Israels.

Mein Pessach Erlebnis

12April2015

In meinem letzten Eintrag habe ich Pessach ein bisschen näher erklärt. Jetzt habe ich es selber miterlebt und kann ein wenig über meine Eindrücke schreiben.

Am Pessach Seder, Start von Pessach, wurden drei Volontäre zu unserer israelischen Rezeptionistin zum Seder Abend eingeladen. Planmäßig wollten wir mit Mitgliedern aus der reformierten Synagoge aus Nahariyya feiern. Allerdings fand sich keiner, der uns zu sich nach Hause eingeladen hat. Somit kam spontan die Einladung von unserer Rezeptionistin, die uns ins Haus ihrer Mutter einlud. Ich war wirklich glücklich darüber, denn die Chance mit einer jüdischen Familie Pessach zu feiern, bekomme ich nicht so schnell wieder. Dankend nahmen wir also die Einladung an und machten uns abends auf den Weg nach Kfar Vradim. Zuhause angekommen wurden wir gleich herzlich von allen Familienangehörigen in Empfang genommen. Das Gute war, dass alle Englisch sprachen. Somit konnte ich wenigstens etwas verstehen. Ursprünglich kommt die Familie aus den USA bzw. aus Marokko. Die Zeremonie begann mit dem Lesen der Haggada. Die Haggada ist eine Nacherzählung des Exoduses und soll jedem vor Augen führen, dass die Juden einst Sklaven in Ägypten waren und nun frei sind.

So ließ ich mich also mit auf die Reise in die Vergangenheit nehmen und verfolgte die in hebräisch gelesenen Texte. Für die nicht hebräisch sprechenden gab es glücklicherweise die englische Übersetzung. In dem Buch befinden sich verschiedene "Aufgaben", die erledigt werden müssen. Es gibt Vorschriften wann und wie viel Wein man mindestens trinken muss. In der Mitte des Tisches befindet sich ein Teller (siehe Bild), mit 7 unterschiedlichen "Speisen". Diese Speise haben alle ein symbolische Bedeutung. Man findet zum Beispiel Meeretich, der für die Bitterkeit während der Sklavenzeit stand. Die Matzen (links im Bild) isst man an Pessach, denn man darf kein Brot essen. Beim Auszug aus Ägypten hatten sie keine Hefe, um das Brot aufgehen zu lassen und haben daher nur Matzen (bestehen aus Mehl und Wasser) essen können.

 

 

Ich muss dazu sagen, dass die Familie nicht ganz so religiös war und wir daher die Haggada  im  Schnelldurchlauf gelesen haben und in der Mitte gestoppt haben, da ihre Kinder schon so hungrig waren. Nach einem köstlichen Essen haben wir die Gschichte zu Ende gelesen und am Ende noch ein Lied gesungen. Dieses Lied kennt ist ein Muss und jeder kann es singen. Für mich war dieser Abend ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe wieder einen kleinen Einblick in die jüdische Kultur und Traditionen bekommen. Ein Abend, an den ich mich gerne erinnere.

Vor drei Tagen stand der letzte Abend von Pessach vor der Tür. Um die 20 Volontäre sind in die reformierte Synagoge nach Nahariyya gefahren, um dort gemeinsam den Abschluss von Pessach zu feiern. Die Syngoge und deren Mitglieder ist für die meinsten von uns schon ein vertrautes Umfeld gewesen. Man sieht den meisten an, dass sie sich über unseren Besuch freuen. Auch dieses Mal wurden wir wieder herzlich aufgenommen und feierten gemeinam. Im Prinzip ist die Zeremonie die gleiche wie am ersten Abend, doch feiert man nun in seiner Gemeinde und nicht zuhause. Ich wusste also schon was mich erwartet. Auch dieser Abend war wirklich schön. Wir haben gemeinsam die Haggada gelesen, es wurde gesungen und getanzt.

Ich habe nun zwei Gelegenheiten gehabt, mich mit Pessach vertraut zu machen und gemeinsam mit Juden zu feiern. Für mich zwei tolle Abende mit unterschiedlichen Erlebnissen.  

Koscher für Pessach

01April2015

Dem einen oder anderem ist das Wort "Koscher" sicherlich schon mal über den Weg gelaufen. Hier in Israel wurde ich, sozusagen der koscheren Küche ausgesetzt. Milch-und Fleischmahlzeit werden strikt getrennt. Zwischen einer Milch-und einer Fleischmahlzeit müssen mindestens 6 Stunden liegen. Wer gerne Spaghetti Bolognese ist, wird es nur selten mit Parmesankäse serviert bekommen. Natürlich sind nicht alle Restaurents koscher, man findet auch genügend unkoschere Bistros etc. Sobald man aber eben ein Koscher Zertfikat hat, kann man auch mit religiösen Juden rechnen, die in dem Restaurent essen.

Kommenden Freitag beginnt das wichtigste jüdische Fest, Pessach. Es dauert bis zu 8 Tage, an dem es einige Regeln gibt, die man einhalten sollte. Pessach erinnert daran, dass die Israeliten einst Sklaven in Ägypten waren und nun frei sind. Die ganze Zeit über, soll man sich vor Augen führen, dass sie einst Sklaven waren, aber der Sklaverei entkommen konnten. An Pessach ist es verboten, Chametz Produkte (Gesäuertes) zu essen. Warum ? Auch das spielt auf die Befreiung der Israeliten ab. Als sich auf den Weg von Ägypten machten, hatten sie keine Hefe, um das Brot aufgehen zu lassen. Sie aßen also nur Mehl mit Wasser. Deswegen ist es verboten, über die 8 Tage hinweg, bsp. Brot zu essen. Es gibt ein spezielles "Brot" namens Matzen, was mich ein wenig wie Knäckebrot erinnert. Auch in unserem Hotel gibt es im Moment nur Matzen zu essen. Ich muss zugeben, sie schmecken einfach nach nichts. Man muss was aus ihnen machen, damit sie genießen kann.

Letzen Sonntag stand bei uns in Nes Ammim das große Pessach Putzen an. Das Hotel, die Küche , das Volontärs Center, alles musste koscher für Pessach gemacht werden. Was für ein riesen Aufwand. Aber gut, man könnte es mit einem intensiven Frühlingsputz vergleichen. Die rund 40 Volontäre halfen tatkräftig mit, jede einzelne Ecke zu putzen und von möglichen Brotresten zu befreien. Die größte Aufgabe bestand jedoch darin, das komplette Geschirr im heißen Wasser zu koschen und somit auch von "Unkoscherem" zu befreien. Dafür kamen fünf oder sechs Rabbiner, die die Aufgabe sorgfältig überwachten, damit auch ja alles richtig läuft. Und wer macht das ganze Geschirr wieder trocknen? Natürlich die Volontäre. Unsere Dining Hall überfüllte sich mit dem ganzen Geschirr. Ein kompletter Wagen nur voll mit Besteck. Dazu muss man wissen, dass wir natürlich Fleisch- und Milchbesteck, sowie Fleisch-und Milchteller haben. Nur Abtrocknen wäre ja zu wenig. Man muss also immer noch drauf achten, dass man auch ja alles wieder ordentlich in die Regale einsortiert.

 

Dieses "Warnschild" soll uns Volontäre erinnern, dass es nicht erlaubt ist, bsp. Brot mit in unseren Speisesaal zu nehmen. Aber auch kein Geschirr darf mit nach draußen genommen werden. Würden wir gegen diese Regeln verstoßen und das Rabbinat würde davon Wind bekommen, hätten wir als Hotel ein großes Problem. Wir würden im schlimmsten Fall unser Zertifikat verlieren und unsere religösen Gäste, könnten hier nicht feiern.

Ich bin gespannt, was mich nun die kommenden Tage hier im Hotel erwartet. Ich weiß definitiv, dass es die anstrengendsten Tage im Hotel werden und wenn wir das überstanden haben, wissen wir alle schlimmer geht es nicht. Wir erwarten um die 200 Gäste, von denen ca. 60 Kinder/Babys sind. Unser Hotel ist komplett ausgebucht. Am Freitag beginnt Pessach mit einem besonderen Abend, dem Pessach Seder. An diesem Abend wird die Haggada gelesen, dass sind Nacherzählungen über den Auszug aus Ägypten. "Seder" bedeutet Ordung. An diesem Abend gibt es eine bestimme Ordnung, wie der Abend zu verlaufen hat. Es wird unterschiedliches symbolisches Essen gegessen, Texte gelesen und gesungen. Es wird für mich sicher eine einmalige Erfahrung sein, zu sehen wie Pessach gefeiert wird. 

Das war ein kleiner Ausflug in die jüdische Kultur. Nach Pessach werde ich von meinen Erlebnissen berichten.

Euch allen frohen Ostern!!!

Zwischenseminar in Nazareth

15März2015

Es ist mal wieder soweit, euch auf den neusten Stand zu bringen. 

Halbzeit meines Freiwilligendienstes!!!

 

Mein Zwischenseminar stand vor der Tür. Für fünf Tage ging es für mich nach Nazareth. Doch ich war in alleine unterwegs, sondern mit den anderen Volontären, die am Programm des internationalen Jugendfreiwilligendienstes teilnehmen. Die fünf Tagen sollten uns dazu dienen, das vergangene halbe Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick nach vorne zu werfen. In Nazareth angekommen, wartete schon unser Organisator der Landeskirche Baden, eine Organisatorin aus Freiburg und zwei ehemalige Volontäre.


Nachdem sich nach und nach alle Volontäre im Hause eingefunden hatten, haben wir mit einer kurzen Namensrunde begonnen und versucht uns spielerisch an die Namen zu erinnern. Einige lernten sie schneller, manche brauchten so ihre Zeit. Danach spielten wir ein größeres Spiel, wo wir 22 Aufgaben in 45 Minuten erledigen mussten. Was uns gut gelang. Abends haben wir uns dann unsere Gegenseitigen Projetstellen vorgestellt. Vier Freiwillige arbeiten in Jordaninen und der Rest in Israel. Es waren ganz unterschiedliche Projekte dabei. Ein Projekt war mit Blinden, eins mit Tauben und geistig und körperlich Behindeten. Also eine ganz andere Arbeit, die ich hier in Nes Ammim mache. Für mich war es wirklich spannend zu sehen, wo die anderen so arbeiten und wie sie ihren Freiwilligendienst in Israel erleben. Am nächsten Tag standen Einzelgespräche auf dem Programm und ein Rückblick auf das vergangene halbe Jahr. Dann kam ein junger Mann vom civilen Friedensdienst, der uns über seine Arbeit berichtet hat und nochmal einen Schwerpunkt auf das Thema "Konflikt" gelegt hat. Dazu haben wir verschiedene Aufgaben lösen müssen. Außerdem standen am nächsten Tag eine Führung durch Nazareth auf dem Programm. Unser Guide war ein britischer Journalist, der eine arabische Christen geheiratet hat und seitdem in Nazareth lebt. Seine Schilderungen waren leider sehr einseitig und bezogen sich in den meisten Fällen nur auf die arabischen Israelis oder die in der Westbank lebenden Araber. Es war war interessant ihm zuzuhören, aber irgndwie hörte er mit dem Reden nicht mehr auf. Irgendwann fiel es mir schwer, ihm noch weiter zu lauschen und zu folgen. Ansonsten haben wir noch über Pläne für die kommenden Monate gesprochen.

Das war so ein kleiner Einblick vom Zwischenseminar. Es war wirklich besser als ich erwartet hatte. Es ist schön, wenn man auch andere Volontäre aus Deutschland kennenlernen kann und sich über Erfahrungen austauschen kann.

Blick über Nazareth

 

Nun ist also Halbzeit bei mir. Für mich wirklich unvorstellbar, dass die Zeit so schnell verflogen ist. Und jetzt geht die Arbeit hier in Nes Ammim, in unserem Hotel erst richtig los. In 2 Wochen steht Pessach vor der Tür, das woh wichtigste jüdische Fest. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten. Während dieser 8 Tage, darf man nichts Essen was Mehl enthält. Für diese Zeit wird es im Hotel nur Mazot geben, dass ist typisch für Pessach. Man könnte es am ehesten mit Knäckebrot vergleichen, allerdings so es wohl nach nichts schmecken. Ich werde mir wohl selber ein Bild davon machen müssen. Nach Pessach startet so langsam die Hochsaison im Hotel. Viele Touristen kommen nach Israel und machen eine Halt in Nes Ammim. Einerseits bedeutet es natürlich mehr Arbeit, aber andererseits wird das Wetter wieder gut und man kann die Nachmittage am Strand verbringen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Darauf freue ich mich wirklich sehr.

 

Ausflug in den Norden Galiläas

22Feb2015

Diesmal gibt es nur ein paar Worte und Bilder.
Letzte Woche stand ein weiterer Studytrip an. Zuerst ging es nach Safed, einer jüdischen Stadt im Norden Israels. Ein Zentrum, wo viele orthodoxe Juden leben. In Safed hatten wir allerdings nur einen kurzen Aufenthalt. Wir haben uns noch die Synagoge von den aschkenasische Juden (Juden die aus Mittel-, Ost-und Nordeuropa stammen) angeschaut und sind dann noch ein wenig die Stadt erkundet und sind dann weiter zur nächsten Station- Rosh Pina.

 

 

Rosh Pina ist ein Ort im oberen Galiläa. 1882 wurde der Ort von mehreren rumänischen EInwandererfamilien gegründet. Rosh Pina bedeutet "Eckstein",und ist ein Zitat aus einem Psalmvers . Posh Pina war eines der ersten moderen jüdischen Siedlungen im damaligen Palästina.

Blick auf Rosh Pina

 

Auf dem Weg zu unserem letzen Programmpunkt haben wir noch einen Zwischenstopp auf einer ehemaligen zionistischen Farm Halt gemacht. Die Farm ist heute nicht mehr in Betrieb, allerdings soll es dort ein sehr gutes Restaurant geben. Auf dem Parkplatz hat uns unser Studienleiter über die damalige Situation (vor 1947) im Norden Galiläas erzählt und hat gesagt, dass 80% des Landes den Arabern gehörte. Daraufhin kam eine entsetzte Reaktion eines Mannes, der gerade im sein Auto steigen wollte. Er meinte es wären 90% und wir würden immer das erzählen, was wir hören wollen. Offensichtlich war der Mann arabischer Israeli, der von dieser Aussage höchst verärgert war. Aus seinem Auto heraus meinte er dann noch, dass wir nicht die Wahrheit erzählen würden und nicht wüssten wie es wirklich war. Darauf hin bat unser Studienleiter ihn freundlich, uns seine Sicht der DInge zu erzählen. Dazu war der Mann aber auch nicht bereit und fuhr aufgebracht mit seinem Auto davon. Ich habe mir nur meinen Teil dazu gedacht und habe gemerkt, dass die Gründung Israels und der darauffolgende Krieg bei den Palästinensern immer noch eine tiefe Wunde hinterlässt.

Nach dem Ausflug auf die Farm ging es nach Hula, einem Nationalpark. Besonders an diesem Nationalpark ist, dass es für Zugvögel als Zwischenstation ihrer Reise beispielsweise nach Europa dient. Wenn also die Zeit gekommen ist, dass die Vögel wieder zurück in ihre Heimatgebiete können, herrscht in Hula Hochbetrieb. Über tausende Vögel lassen sich dann an diesem Ort vorfinden. Bei unserem Besuch haben wir nur einige Vögel sehen können.

Blick auf den schneebedeckten Hermon

Das war ein kleiner Eindruck von unserem Studytrip in den oberen Teil Galilääs. Landschaftlich ist es wirklich einen Besuch wert. Bei gutem Wetter hat man von Safed aus eine tolle Sicht auf den See Genezareth.

Tu Bishvat 2015

16Feb2015

Hier folgt eine kleiner Eintrag.

 

Am 6.02.15 haben wir in Nes Ammim Tu Bishvat gefeiert-das Neujahr für Bäume. Der eigentliche Feiertage war zwar schon zwei Tage vorher, doch da waren die meisten Volontäre auf dem Jerusalemseminar, somit wurde es um zwei Tage verschoben.

An dem Tag werden neue Bäume gepflanzt und in den ersten drei Jahren ist es verboten, Früchte vom Baum zu ernten. Man möchte sicher gehen, dass der Baum ungeschadet wächst und sich etnfalten kann.

In Nes Ammim gibt es die Tradition, dass für Neugeborene ein Baum gepflanzt wird. Und das war der Fall, ein holländisches Paar hat hier eine Tochter zur Welt gebracht. Außerdem wird auch ein Baum, für in Nes Ammim lebende Kinder gepflanzt. Dafür wurde ein Baum für einen zweijährigen Jungen in dem Garten des Hauses der Familie gepflanzt und zum Schluss wurde ein Baum für die Gemeinschaft in Nes Ammim gepflanzt. Währenddessen haben wir gesungen und die Kinder, aus unserem Kindergarten haben dabei geholfen, die Bäume zu pflanzen.

Nach der kurzen Zeremonie werden traditionell Trockenfrüchte und Nüsse gegessen

Baum für die GemeinschaftVolontäre und Freunde Nes Ammims

Ein kurzes aber schönes Erergnis!!!!

Auf nach Jerusalem Tag 2 & 3

07Feb2015

Hier kommt die Fortsetzung vom Jerusalemseminar.

Der nächste Tag steht bevor. Thema des zweiten Tages lautete "Ostjerusalem". Morgens ging es mit dem Bus auf den Ölberg zur evangelischen Himmelfahrtskirche. Auf dem Auguste Victoria Compound befindet sich heute ein Krankenhaus, welches überwiegend die Palästinenser behandelt, einen Kindergarten, ein öffentliches Cafè und die bereits erwähnte Kirche. Das Krankenhaus wurde aufgrund eines Versprechens des deutschen Kaisers Wilhelm II. für die deutschen Bewohner in Palästina errichtet. Das Krankenhaus und das umliegende Gelände wurde nach der Frau des Kaisers benannt. Vom Ölberg aus hat man eine wunderbare Sicht auf die judäische Wüste, die hinter dem Ölberg beginnt. Bei guter Sicht, kann man soagar die Wolkenkratzer in Amman (Jordanien) sehen, was bei uns nicht der Fall war.

Blick auf ein Settlement                                    blühender Mandelbaum                      

Nach einer halben Stunde Wartezeit haben wir den Pastor, der Himmelfahrtskirche getroffen, der uns über die Bedeutung und der Funktion der Kirche informiert hat. Ich habe den Pastor bereits im Jahr 2012 getroffen, als ich mit meiner Schule in Israel war. Daher kannte ich die meisten Infos schon. Die Kirche wird nicht zum wöchtenlichen Gottesdienst genutzt, sonderrn nur für spezielle Anlässe oder wenn Touristengruppe (hauptsächlich aus Deutschland) einen Gottesdienst halten wollen. Einmal im Monat nutzen palästinensische Christen die Kirche, um dort ihren Gottesdienst zu feiern. Ansonsten arbeitet die Kirche mit der Erlöserkirche in der Altstadt Jerusalems zusammen, dort wird der regelmäßige Gottesdienst gehalten. Die Gemeinde der evangelischen Kirche ist mit ca. 400 Mitgliedern recht klein. Protestanten gibt es aber über 2000, aber nur 400 sind Mitglied in der Kirche. Im Gedächtnis geblieben ist mir auch eine Geschichte über die Kirchenglocken. Die Glocken wurden von Hamburg mit einem Schiff nach Haifa gebracht, dann ist ihnen aufgefallen, dass die Glocken zu breit sind, um sie auf der bereits gebauten Straße zu transportieren. Lösung des Problems war, dass sie eine eigene Straße gebaut haben, nur um die Glocken an den gewünschten Ort zu bringen. Was das wohl gekostet hat......

Das Gespärch mit dem Pastor war beendet und dann sind wir in das öffentliche Café gegangen, welches von Volontären betrieben wird. Ein neues Gespräch stand auf dem Programm und diesmal mit den Volontären. Beide Volontäre kamen aus Deutschland und sind über die selbe Organisation wie ich in Israel. Nächsten Monat steht mein Zwischenseminat an, wo ich die beiden wiedertreffen werde und unsere Erfahrungen austauschen werden. Die beiden schienen ein wenig überrascht, dass wir jetzt ein Treffen hatten und über die Arbeit in Jerusalem bzw. auf dem Ölberg zu sprechen. Ein paar Informationen bekamen wir dann doch von ihnen raus. Der eine Junge arbeitet hauptsächlich auf dem Ölberg in der Kirche und in dem bereits erwähnten Café. Der andere Junge ist nur einmal in der Woche auf dem Ölberg, um den anderen Volontären auszuhelfen. Ansonsten arbeitet er in der Erlöserkirche in der Altstadt und bereit dort Gottesdienst vor und bietet ebenfalls "Kinderbibeltage" an. In ihrer Freizeit reisen die beide gerne.  Ziel ihrer Reisen ist hauptsächlich die West Bank, da sie in ihrem Umfeld hauptsächlich mit Palästinensern in Kontakt stehen und überwiegend arabische Freunde haben.  Bei mir ist es eher umgekehrt, da wir weiter entfernt von der West Bank liegen, gehört es nicht zum häufigen Reiseziel. Ab und zu findet auch einmal ein Studytrip in die Westbank, ist aber eher selten. Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch kamen wir zu einem anderen Programmpunkt, ein Gespräch mit einem palästinensischen Architekten und Urbanisten, der uns seine Sicht der Dinge in Ostjerusalem und der West Bank weisgemacht hat. Wobei er dabei auf einige Meinungsverschiedenheiten seitens der Volontäre traff. Er hat uns immer wieder deutlich gemacht, dass er einige Abneigungen gegenüber den Juden hat und immer noch auf eine Entschuldigung der Juden wartet. Eine Entschuldigung dafür, was nach dem Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1947 geschehen ist. Der Staat Israel wurde gegründet und das einstige Palästina existierte nicht mehr. Außerdem beschrieb er wie benachteiligt die Palästinenser werden und sie erheblich weniger finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. In diesem Gespräch ließ er gefühlt seinen ganzen Frust aus und zeigte wenig Einsicht, viel wichtiger aber noch Bereitschaft sich für Versöhnung einzusetzen. Dieses Gespräch bewirkte im Nachhinein noch eine einige Diskussionen unter uns Volontären.

Zeit für eine Mittagspause. Unser Plan war, in dem nächstgelegenen arabischen Viertel zu essen. Allerdings ging dieser Plan nicht auf, da einige Volontäre von jungen Arabern mit Steinen beworfen und dazu noch beschimpft worden. Kurzfristig haben wir uns dazu entschieden, uns nicht länger als nötig dort aufzuhalten und sind dann mit dem Bus wieder zurück in die Altstadt gefahren. Danach ging es zu einer Ausgrabung unterhalb der Erlöserkirche. Dort hatten wir eine kurze Führung und wurden über die Funde dort aufgeklärt. In der Ausgrabung findet man Überreste einer alten Mauer, die zunächst aus Zeiten Jesus gehalten wurde. Dann würde nämlich die Theorie bestätigt werden, dass Jesus in der Grabeskirche gekreuzigt worde. Denn innehalb der Stadtmauern darf niemand hingerichtet werden. Später fand man raus, dass die Mauer nicht von Zeiten Jesus, sondern aus dem 4. Jahrhundert stammt. Ansonsten konnte man noch ein paar andere Überreste finden, die darauf hinwiesen, dass dort vorher bereits eine Kirche vorzufinden war. Nach dieser kleinen Exkursion hatten wir Freizeit und wir konnten die Zeit nutzen, nochmal über den Markt zu gehen, wo versucht wurde, uns alles mögliche anzudrehen. Daran gewöhnt man sich und weiß sich, geschickt aus dem Gespräch zu entziehen.

Als letztes Stand ein Gespräch mit dem Pastor der Erlöserkirche an. Nach einiger Verspätung erschien er dann und wollte zunächst unsere Fragen wissen, die er dann nach und nach beantwortet hat. Er hat gesagt, dass immer weniger Protestanten in die Kirche kommen. Außerdem hat er generell über die Situation der arabsichen Christen gesprochen. Bei mir war die Luft allerdings schon raus und hatte somit meine Schwierigkeiten ihm im Detail zu folgen.

 

Der nächste Morgen:

Sonnenaufgang (Blick auf die Altstadt)

Früh morgens ging es auf den Weg zum Tempelberg. Wenn man auf den Tempelberg raufmöchte, muss man sich  morgens früh aufmachen und beim Touristeneingang anstellen. Während der Hochsaison kann man gerne auch mal bis zu zwei Stunden warten, um dort raufzukommen. Natürlich wird man am Eingang von israelischen Soldaten kontrolliert. Oben angekommen erwartet einen dann eine spezielle Polizei. Keine Israelis, sonder Araber. Für die Muslime gibt es acht Aufgänge zum Tempelberg, Touristen oder auch Juden müssen den Touristeneingang nehmen. Zur Al-Alqsa Moschee haben nur Muslime Eintritt. Das ganze Gelände auf dem Ölberg ist größer als ich es erwartet hätte. Ringsrum findet man noch Gartenanlagen und genügend Platz, um sich mit vielen Menschen zu versammeln.

Felsendom Al -Aqsa Moschee                    Ich und der Felsendom

Nach einer kurzen Führung ging es zu meinem persönlichen Highlight. Eine Tour durch das ultraorthodoxe Viertel Mea Shearim. 

Eingangsschild

Dieses Viertel ist etwas ganz besonderes. Man findet keine gewöhnliche Geschäfte und Cafés und Restaurants sucht man hier vergeblich. Vereinzelt sind ein paar Bistros zu finden, ansonsten viele Geschäfte, wo man religiöse Gegenstände oder Kopfbedeckungen kaufen kann. Warum man keine Restaurants findet ist einfach zu erklären. Ultraorthodoxe Juden sollen ihre freie Zeit dafür nutzen, um den Talmud zu studieren. Es wird nicht gerne gesehen, wenn man z.B. in einem Café sitzt und genüsslich Kaffee trinkt und seine Zeit nicht effektiv nutzt. Für mich ein fremdes Bild. Außerdem findet man nur einzele Sitze und keine Bänke. Die Begründung ist die Gleiche wie vorher. Die Juden dort leben in einer komplett anderer Welt als andere Juden in Israel. Ultraorthodoxe Juden arbeiten nicht, gehen nicht zur Armee und haben im Schnitt 8,3 Kinder. Da sie nicht arbeiten, werden sie vom Staat unterstützt, was viele Bewohner Israels sicherlich nicht für richtig halten. Bisher habe ich immer angekommen, dass es nur eine Gruppe von orthodoxen Juden gibt. Doch an der Kleidung lässt sich erkennen, welcher Richtung der orthodoxen Juden sie angehören. Wenn man genauer hinschaut, kann man die Unterschiede erkennen. Das gilt sowohl für Männer als auch frür Frauen. Verheiratet Frauen müssen entweder eine Perücke oder eine Art Kopftuch tragen, um ihr echtes Haar zu verbergen. Hinzukommt, dass man nicht eine religiöse Jüdin in einer Hose sehen wird. Es werden lange Röcke, in gedeckten Farben getragen. Dazu viel mir der Spruch ein "Kleider machen Leute". Gäbe es die Möglichkeit, für eine kurze Zeit in das Leben einer orthodoxen Jüdin einzutauchen, würde ich es wagen. Das Leben unterscheidet sich sosehr von meinem Leben, dass es mich neugierig gemacht hat, auch einmal so zu leben. Leider ist dies nicht möglich.

 

Weiter geht es zum nächsten Programmpunkt: die Neustadt von Jerusalem. Ziel war der Oberste Gerichthotf. Das Gebäude wurde in den 90er renoviert und ist heutezutage definitiv einen Besuch wert. Hinter der Konstruktion und wie was gestaltet wurde, steht immer ein tieferer Sinn. Man findet viele Geraden und Kreise. Die Geraden stehen dafür, dass der Richter beispielsweise nie von seinem Weg abkommen soll und immmer geradeaus blickt. Die Kreise stehen für den Kreis der Gerechtigkeit, über den schon in der Bibel gesprochen wurde. Außerdem kann man vom Gerichtshof direkt zum Parlament (Knesset) hinüberschauen. Dies soll symbolisieren, dass beide Institutionen bedeutend und gleichwertig sind. Der letzte Programmpunkt stand uns bevor. Ein Besuch des Herzel Berges. Herzel war der Begründer des Zionismus und Wegbereiter zum Staat Israel. Auf dem Berg befindet sich das Grab Herzels, sowie mehrerer ehemaliger Politiker und ein Militärfriedhof. Vom höchsten Punkt ( Grab Herzel) geht es "stufenweise" bergab. Wenn man vom Militärfriedhof weiter nach unten geht, gelangt man zu Yad Vashem  (größte Holocaustgedenkstätte und größtes Museum). Ein bedrückendes Gefühl hatte ich besonders bei den Gräbern, der gefallenen Soldaten. Die meisten waren gerade 19 als sie starben. Ein unschönes Gefühl, dass so viele junge Menschen ihr Leben lassen mussten. Auf dem Friedof werden alle Soldaten beerdigt, die aus Jerusalem stammen und gelebt haben. Als unser Tourguide gesagt hat, sie hofft, dass nicht noch mehr Gräber dazukommen, konnte man ein paar Tränen in ihren Augen erkennen. Es gab bereits so viele Kriege und es solllen möglichst keine weiteren folgen.

Das war das Ende unseres dreitägigen Seminars. Ich hoffe, dass ich euch einen kleine Eindruck von meinen Erlebnissen gegeben habe. Für mich war das Semianr wirklich sehr interessan, auch wenn ich schon einiges kannte, lernt man doch immer wieder etwas Neues und nimmt Dinge mit anderen Augen wahr.

 

 

Auf nach Jerusalem Tag 1

03Feb2015

Es ist wieder soweit: es gibt Neuigkeiten!!!!

Im Rahmen meines Freiwilligendienstes soll ich 3 dreitägige Seminare besuchen. Eines davon stand jetzt vor der Tür, das Jerusalemseminar. Ich war nun das zweite Mal in Jerusalem. Das erste Mal vor drei Jahren, also schon etwas länger hier. Aber meine Vorfreude war groß, denn ich hatte immer noch meinen tollen Eindruck vom letzten Mal im Kopf und war gespannt, was ich dieses Mal Neues mitnehmen werde. Ich werde wieder von jedem einzelnen Tag berichten. Ansonsten zieht sich alles ein wenig in die Länge. Also zunächst der Bericht vom 1. Tag.

Drei intensive Tage warteten auf uns. Ich bin mit einer anderen Volontärin, ihrer Freundin bereits einen Tag vorher gefahren, um ein wenig mehr Zeit in Jerusalem zu verbringen. Morgens früh ging es mit dem Bus Richtung Jerusalem. Dort angekommen haben wir zunächst einen Abstecher nach Bethlehem gemacht. Die Freundin wollte gerne mal den Ort besuchen. Bis auf die Geburtskirche hat Bethlehem allerdings nicht so viel zu bieten, daher haben wir uns nicht besonders lange aufgehalten. Zurück in Jerusalem, haben wir uns auf den Weg gemacht, die Stadt mit ihren unterschiedlichen Facetten zu erkunden. Für mich war es das zweite Mal, dass ich die Stadt besuche, allerdings fast mit drei Jahren Unterschied. Ein Gang über den Markt durfte natürlich nicht fehlen. So viel Zeit blieb aber nicht mehr, denn der Couchsurfer, wo wir übernachtet haben, wollte uns abholen. Somit haben wir den Abend bei einem Fremden, in einer fremden Wohnung verbracht. Wobei wir uns alle gut mit ihm verstanden haben und den Abend nett ausklingen lassen haben.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter zu unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Dort sollten wir die anderen Volontäre treffen und unser Gepäck ablegen. Leider gab es einige Komplikationen mit dem Parken und einem unserer Autos, sodass wir mit Verspätung unser Programm starteten und ein paar Freiwillige den Anfang des Programmes verpasst haben. Als erstes Stand eine Führung durch das jüdische Viertel statt, wo unser Tourguide uns näher mit der Geschichte und der Kultur des Judentums vertraut gemacht hat. Der wichtigste Platz im jüdischen Viertel ist die Klagemauer, auch Kotel genannt. Die Mauer ist ein Überrest des 2. Tempel der Juden,welcher 70 n. Chr. zerstört wurde. Heutzutage befindet sich auf dem Tempelberg, der Felsendom und die Al-Aqsa Moschee. Mit dem Bau der beiden Heiligtümer wurde im Jahr 687 begonnen. Und darin besteht ein großes Problem. Sowohl die Juden als auch die Araber sehen diesen Ort als ihr wichtiges Heiligtum an. Einst standen dort zwei jüdische Tempel, die zerstört worden. Es war der Ort, wo gebetet und studiert wurde und wo Menschen zusammenkamen.

Klagemauer (Bereich der Männer)KlagemauerKlagemauer (Bereich der Frauen) Klagemauer (BEreich der Frauen)

Die Juden sehen es heute immer noch als wichtigsten Ort an und einige akzeptieren nicht, dass es für sie kein Platz mehr des Betens ist. Denn seit dem Jahr 691-692 besteht der Felsendom und ist der wichtigste Platz der Muslimen. Daraus besteht zu einem der Konflikt. Die Juden möchten ebenfalls wieder das Recht haben, an diesem heiligen Platz zu beten und möchten einen dritten Tempel errichten. Die Muslime bestehen aber ebenfalls auf diesen Ort und werden diesen auch nicht aufgeben. Da dieser Ort so heilig ist und viel Konfliktpotenzail aufweist wird er sowohl von israelischen Soldaten als auch von der "Waqf Polizei" kontrolliert. Die Araber nennen diesen Platz auch "Waqf", daher der Name der Polizei.

TempelbergTempelberg (vorne Klagemauer/hinten Felsendom) Al-Aqsa MoscheeFelsendom

 

 

Nach dem Besuch des jüdischen Viertels ging es weiter ins christliche Viertel und dem Besuch der Grabeskirche. Die Kirche befindet sich an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu. Innerhalb der Kirche befindet sich der Golgotafelsen, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Das heilige des Heiligen ist die Grabeskapelle, welches Ziel vieler Gläubiger ist. Am Eingang der Kirche befindet sich angeblich der Salbungsstein, auf dem der Leichnam Jesus für die Beerdinung vorbereitet worden sein. Wenn man die Kirche betritt, sieht man immer wieder wie Gläubige ihr Hab und Gut auf den Stein legen und sie glauben, dass es dadurch gesegnet sei.Die Grabeskirche gilt heute als eine der wichtigsten Heiligtümer des Christentums. Die Kirche wird heutzutage von sechs unterschiedlichen christlichen Konfessionen als Ort des Betens und Glaubens genutzt. Die Hauptverwaltung liegt bei der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen (vertreten durch die Franzsiskaner) und der armenischen Kirche. Später kamen dann die syrisch-orthodoxe Kirche, die Kopten und die äthiopisch-orthodxe Kirche dazu. Die Äthiopier haben ihre kleine Kirche auf dem Daches der Grabeskirche, welches gleichzeitig auch von den Kopten beansprucht wird, die auf dem Dach ein Kloster haben.

Über Jahrhunderte wurde sich über die Schutzherrschaft der Kirche gestritten und wer die Kirche kontrollieren darf. Seit dem Sechstagekrieg 1967 gibt es einen "Status Quo" der Kirche, den die israelische Behörde festgelegt hat. Denn seit dem Zeitpunkt steht die Altstadt unter ihrer Verwaltung. Das heißt es darf nichts mehr verändert werden, sondern bleibt bestehen wie es ist. Seitdem die Streitigkeiten stattfinden, sind zwei moselmische Familien verantwortlich für den Schlüssel und für das Auf bzw. Abschließen der Kirchentüren und das schon seit mehreren Jahrhunderten. Bauliche Maßnahmen können aufgrund des Status Quo dort ebenfalls nicht mehr vorgenommen werden. Am Eingang unterhalb eines Fensters befindet sich eine heute nutzlose Leiter, die aber nicht entfernt werden darf. Sie diente eine Zeit lang Mönchen unbefugten Eintritt in die Kirche.

Blick auf die GrabeskircheEingang der Kirche Die Salbungsstein

Besonders an dieser Kirche ist definitiv, dass sie von so vielen Konfessionen genutzt wird. Nun mag sich der eine oder andere fragen, wie es mit dem Gottesdienst geregelt ist. Könnte etwas chaotisch sein, wenn jeder beten möchte, wann er gerade möchte. Daher ist genaustens geregelt, wer wann und wie lange beten darf. Jeden Tag um halb fünf muss das Grab für die Prozession der Franzsiskaner von den Orthodoxen frei gemacht werden. Besonders schlimm ist in der Grabeskirche zu Ostern. Alle wollen das wichtigste Fest feiern und tausende Pilger kommen zusätzlich in die Kirche, um zu beten und am wichtigsten Ort zu sein. Teilweise kommt es zu Ostern auch zu kleinen Auseinandersetzungen , da sich nicht an die Gebetzeit gehalten wird. An diesem Ort kann man hautnah miterleben, wie wichtig den Menschen ihre Religion ist. Für mich teilweise etwas befremdlich. Aber es ist definitiv ein Erlebnis wert zu sehen und zu hören, wenn die unterschiedlichen Konfessionen mit ihrer Lirtugie anfangen, da die sich unterscheiden und in anderen Sprachen gehalten wird.

Wer einen kleinen Eindruck von der Grabeskirche bekommen möchte, dem empfehle ich den Dokumentarfilm " Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen". Hier der Link zum Trailer

https://www.youtube.com/watch?v=hZc0-ZMG_2A

 

Als nächstes Stand ein Treffen mit jungen Israelis auf dem Programm. Sechs Israelis kamen in unser Hotel, um mit uns über unterschiedliche Dinge zu sprechen. In Kleingruppen hatten wir die Möglichkeit uns gegenseitig Fragen zu stellen. Während des Gespräches kamen interessante Gespräche bei heraus. Der eine Junge hat beispielsweise, die Alija gemacht. Das ist die Bezeichnung für Juden,  die zurück in das gelobte Land kehren. Er kam aus den USA und hat sich dazu entschieden, dass er in Israel leben und ebenfalls in der Armee dienen möchte. Viele Juden entscheiden sich dazu, Alija zu machen. Alija bedeutet Aufstieg. Nach intensiven Gesprächen bin ich mit einingen Volontären und ein paar von den Israelis noch zum Yehuda Markt gefahren, um dort zu essen. Der Markt besteht aus teilweise überdachten, teilweise unüberdachten Markthallen, wo man alles findet, was das Herz begehrt. Fürs leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt. So langsam ließen wir den Tag ausklingen und waren früh in unserer Unterkunft, da nach 23:00 Uhr die Türen geschlossen sind.

Das war der erste von drei langen, intensiven und verwirrenden Tagen. Weitere Infos folgen!!!

Studytrip Sakhnin und Caesarea

22Jan2015

Es gibt wieder eine kleine Zusammenfassung von den letzten beiden Studytrips.


Vor gut einer Woche ging es nach Sakhnin, einem kleinen arabischen Dorf . 93% der Einwohner sind Moslems und 7% sind Christen. Über den Tag hinweg hatten wir einen Guide namens Gazal, der uns die Situation der Araber heute in Israel näher näher bringen wollten und wie es damals zur Staatsgründung 1948 war. Seiner Empfinden nach will die Mehrheit der Palästinenser sich für Frieden einsetzen. Leider trifft das aber nicht auf jeden zu und daher wird es schwer, in diesem bereits langandauernden Konflikt, eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Laut Gazals Aussage verfolgen die Araber zwei Ziele, das wäre zum einen Recht auf Gleichheit und zum anderen Frieden. Beides Ziele, die für mich sehr logisch und nachvollziehbar erscheinen. Wer wünscht sich nicht in einem Land zu leben, wo Frieden herrscht und nicht die Gefahr andauernder Gewalt oder sogar Krieg das Land beschatten. Das sie nach Recht auf Gleichheit streben, kann sich sicherlich jeder vorstellen. Vor der Staatsgründung war das heutige Israel palästinensisches Gebiet . Mit der Staatsgründung wurde der Großteil des Landes den Israelis zugeteilt und die Araber bekamen nur einen kleinen Teil. Das sie sich vertrieben gefühlt haben, lässt sich leicht nachvollziehen. Wenn man nun heute auf die Unterschiede von arabsichen und jüdischen Städten guckt, scheint es so als wären die arabischen Dörfer und Siedlungen in dem Standard zurückgeblieben. Auf den Dächern der Häuser findet man Wassertanks, die von den Israelis kontrolliert und gesteuert werden. Wünschenswert wäre es, dass sowohl die Israelis als auch die Palästinenser in Frieden leben könnten und sich gegenseitig respektieren und nicht nur das Schlechte im Gegenüber zu sehen. Unser Gudie hofft darauf, dass es in Zukunft einen eigenen Staat Palästina geben wird, der friedlich neben dem Staat Israel existieren kann, ohne dass Spannungen zwischeneinander auftreten. 

Nach dieser Einführung ging es weiter zur Highschool in Sakhnin, wo wir uns mit den Schüler unterhielten. In Kleingruppen wurde dann über Themen wie Zukunftspläne etc. gesprochen. Doch in meiner Gruppe wurde mehr über Fußball und Autos gesprochen. Über ihre Einstellung gegenüber Juden, die in ihre unmittelbaren Nachbarn sind, wurde nicht gerne gesprochen. Ich hatte den Eindruck, dass sie mit ihnen auch keinen Kontakt haben wollen, sondern lieber nur unter sich Arabern bleiben. In gewisserweiße nachvollziehbar, aber für mich lässt sich daran erkennen, dass eine Lösung des Konfliktes weit wegscheint, wenn man nicht einmal über seine "Nachbarn" bescheid weiß und keinen Kontakt aufsucht. Wie können beide Gruppen voneinander lernen oder sich gegenseitig verstehen und diskutieren, wenn es keine Kommunikation zwischen ihnen gibt.

Deutlich wurde das einen ziemlichen großen Unterschied des Bildungsgrades gibt. In Statistiken lässt sich nachweisen, dass die Araber durchschnittlich schlechter in der Schule abschneiden als die Juden, Wenn ein Araber an einer Universität studieren möchte, muss er einen Sprachtest in Hebräisch nachweisen, dass er die Sprache und Grammatik beherrscht. Denn die Unterrichtssprache ist auschließlich Hebräisch. Für manch einen Araber ist das eine große Hürde, die überwinden werden muss. Viele junge Leute zieht es daher immer mehr ins Ausland, da ihre Chancen auf eine vernünftige Ausbildung dort höher sind. Außerdem muss Hebräisch als Unterrichtssprache angeboten werden, arabisch hingegen wird nur selten in Schulen angeboten. Nach dem Besuch der Highschool sind wir weiter zur Grundschule gefahren. Wie nicht anders erwartet, ist die Mehrzahl der Lehrer weiblich. Besonders ist, dass die Eltern ein Mitbestimmungsrecht des Curriculms haben. Das heißt sie können mitentscheiden, was ihre Kinder lernen sollen oder nicht. An der Grundschule in Sakhnin arbeiten sowohl arabische Christen als auch Moslems. Die Schule ist eine rein arabische Schule. Eine Lehrerinnen hat über die Entwicklung der Frauenrolle gesprochen. Heutzutage dürfen mehr und mehr Frauen zur Arbeit gehen und unabhängig von ihrem Mann, eigenes Geld verdienen. Für die Frauen ein großer Schritt in Richtung Emanzipation. Bei strenggläubigen muslimischen Familien wird es mit Sicherheit nicht der Fall sein, dass die Frau arbeiten gehen darf,. Ihre Aufagbe besteht darin die Kinder großzuziehen und sich um den Haushalt zu kümmern.

In Sakhnin gibt es ein eigenes Fußballstadium, welches von Katar finanziert wurde. Wer sich fragt warum, kann sich gerne im Internet über den Erfolg der Fußballmannschafts aus Sakhnin informieren. Mein Interesse bezüglich Fußballs hielt sich sehr in Grenzen. Daher habe ich nicht so genau aufgepasst.
Danach ging es weiter zu einem Treffen mit dem "Vater von Sakhnin", also dem geistlichen Vorsitzenden der christlichen Gemeinde. Er bezeichnet die Christen in Sakhnin als weltoffen und tolerant gegenüber anderen Religionen. Er hat erzählt, dass in Sakhnin genau drei jüdische Familie leben. Für ihn macht es aber keinen Unterschied , wer welcher Religion angehört, für ihn sind alle Menschen gleich. In Sakhnin wird gerade einen neue Kirche für die Gemeinde errichtet, allerdings fehlt das Geld, um die Kirche zu Ende zu stellen. Da die alte Kirche aber zu klein war, musste zwangsweise eine neue her. Bis die aber fertig gestellt wird, wird es sicher noch Jahre dauern. Nach dem Treffen mit dem Vater von Sakhnin ging es wieder zurück nach Nes Ammim.

 

Ausflug nach Caesarea:

Caesarea liegt zwischen Haifa und Tel Aviv direkt am Mittelmeer und ist heute einer von vielen Nationalparks in Israel.
Caesarea war eine bedeutene antike in Palästina. Gegründet wurde die Stadt während der römischen Herrschaft unter Herodes. Zu Ehren des römischen Kaisers wurde die Stadt Caesarea genannt. Die Stadt wurde zu einer der wichtigsten Städte des römischen Orients. Herodes sah in der Stadt viel Potenzial und erließ somit ein Theater, ein Hippodrom, Geschäftsstraßen, Paläste und Bäder erichten, um sein Volk zu unterhalten. Während der Kreuzfahrer, die Caesarea als Festung nutzten, kam es zu einer kurzen Blütezeit der Stadt. 6 km von der Nationalpark befinden sich Überreste eines Aquäduktes, welches die Stadt mit Wasser aus dem Karmelgebirge versorgte.

Theater   Hippodrom Aquädukt

Caesarea ist heute ein sehr nobles Stadtviertel, wo Personen, die Rang und Nahmen haben, einen Zweitsitz haben. Das Theater wurde neuaufgebaut und heute für Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen genutzt. Nach dem Besuch des Nationalparks stand noch eine Weiterfahrt zum Karmel an. Leider kamen wir dort nicht ohne Zwischenhalt an, denn eines unser Autos hatte eine Panne. Mitten auf einer engen Straße kam das Auto zum Erliegen und machte plötzlich gar nichts mehr. Dank der Hilfe von zwei Drusen, die vorbeikamen und das Auto notdürftig reparierten, konnten wir unsere Fahrt fortsetzten. Wir haben den beiden einfach blind das Auto anvertraut und die beiden haben daran geschraubt und gedreht, bis es wieder ein Lebenszeichen des Autos gab. Unser Halt war das Carmielle Kloster, wo man bei gutem Wetter wahrscheinlich eine der besten Aussichten hat.

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